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Über meine Arbeit

Ein Material steht im Zentrum meiner Arbeit als Bildhauer, das ist der Stein aus natürlichem Vorkommen

Stein, besser Naturstein, ist entstanden  innerhalb unvorstellbar großer erdgeschichtlicher Zeiträume. Die Einteilung in Steinarten wie etwa Sandstein, Marmor, Granit, Kalkstein, Alabaster dient nur der groben Orientierung im praktischen Gebrauch, die tatsächliche Vielfalt der Natursteine erscheint unerschöpflich. Die einzelnen Natursteine nehme ich als höchst lebendig wahr in ihren individuellen Eigenheiten von Form, Farbe, Dichte, Härte und Textur. Drei verschiedene Arten des Umgangs mit diesem Rohstoff bestimmen meine bildhauerische Arbeit:

  • Stein auf Stein setzen: das Ganze der Form wird gebildet durch einzelne Blöcke, die entsprechend einem Plan zugerichtet, aufeinander gesetzt zu einem Werk gefügt sind.
  • aus dem Stein arbeiten: die Idee, Formvorstellung oder die Orientierung an einem Vorbild nimmt Gestalt an durch das stückweise Abschlagen, Abtragen des Rohblocks.
  • in den Stein eindringen: der Rohblock wird eingesägt, eingeschnitten. Es werden Hohlräume geschaffen, Durchbrüche und Zwischenräume.

Hogh_binder_2Gemeinsam ist den drei unterschiedlichen Vorgehensweisen, dass nach dem Arbeitsprozess etwas entstanden ist, was so vorher noch nicht gewesen ist, nur denkbar war. Damit hat das Arbeiten mit Stein in der beschriebenen Art und Weise eine starke utopische Komponente. Dies ist die Projektion auf eine Utopie, die im Konkreten eine vorläufige Gestalt annimmt, und die anregt im Arbeitsprozess zu immer neuen Formen zu gelangen. Diese Formen geben mir und auch anderen Betrachtern die Möglichkeit zur Entwicklung von Empfindungen und Vorstellungen, von inneren Bildern. Je freier, ruhiger und harmonischer diese Bilder und Gefühle bei der Anschauung entstehen, desto gelungener erscheint mir die geschaffene Form der Skulptur.